Demenzformen
Es gibt verschiedene Demenzformen, die unterschiedliche Ursachen haben. Bei einigen Demenzformen sind die Ursachen geklärt, bei anderen Formen weiß man wie sie entstehen, aber nicht warum. Manchmal gibt es verschiedene medizinische Theorien für die Entstehung einer Demenzform. Manche gehen auch davon aus, dass Demenz aus nicht verarbeiteten Lebenskrisen entsteht. Der Anstieg der Krankheitsfälle in den letzten Jahrzehnten mag so gesehen mit der Kriegsgeneration zu erklären sein. Manche gehen auch von veränderten Umweltbedingungen aus. In Anbetracht dessen, dass die Wahrscheinlichkeit an einer Demenz zu erkranken mit dem Alter steigt, lässt sich der Anstieg der Demenzfälle mit der durchschnittlich längeren Lebenserwartung erklären. Darüber hinaus ist die Demenz als Erkrankung erst vor Hundert Jahren beschrieben worden. Erst in den letzten Jahrzehnten ist die Krankheit in der Bevölkerung bekannt geworden. Zuvor wurden Menschen mit Demenz einfach als „verkalkt“ angesehen.

Die Demenz wird zunächst grob in primäre Demenzen, bei denen die Erkrankung am Gehirn beginnt, und in sekundäre Demenzen, die durch eine andere Grunderkrankung hervorgerufen werden, unterteilt. Primäre Demenzen sind prinzipiell nicht heilbar. Bei sekundären Demenz kann durch die Verbesserung oder Heilung der eigentlichen Grunderkrankung auch die Demenz aufgehalten und zum Teil sogar geheilt werden. Zu den sekundären Demenzen zählen vor allem das Korsakow-Syndrom und auch die Demenz bei Morbus Parkinson.

Am häufigsten treten verschiedene Demenzformen zusammen auf, wie z.B. die Demenz vom Alzheimertyp und die Vaskuläre Demenz. Das Auftreten einer Demenzform allein ist selten.

Alzheimerdemenz
Über die Ursachen einer Alzheimerdemenz wird in der Fachwelt diskutiert. Möglich erscheinen verschiedene Arten von Ablagerungen im Gehirn. Dieser Prozess beginnt langsam und setzt sich relativ gleichmäßig fort. Dies spiegelt sich im Verlauf wieder. Die Symptome, wie Vergesslichkeit, beginnen langsam. Zunächst ist das Kurzzeitgedächtnis betroffen. Im Verlaufe der Erkrankungen gehen aber auch ältere Erinnerungen verloren. Am längsten bleiben Kindheitserinnerungen bestehen.

In einigen Fällen ist die Alzheimerdemenz vererblich. In den meisten Fällen sind die konkreten Ursachen jedoch ungeklärt. Bei vorliegen einer Mischdemenz aus Alzheimer und der Vaskulären Demenz geht man davon aus, dass sie sich gegenseitig bedingen.

Die vordergründigen Symptome der Alzheimerdemenz sind Gedächtnis- und Orientierungsstörungen.

Vaskuläre Demenz
Bei der Vaskulären Demenz ist das Gehirn nicht richtig durchblutet. Je nachdem wie ausgeprägt die Durchblutungsstörungen sind, ist auch die Demenzerkrankung ausgeprägt. Der Verlauf ist in diesem Falle schleichend. Kommt es jedoch zu kleineren „Hirnschlägen“, wodurch winzige Areale im Gehirn absterben, beginnt die Demenz plötzlich und verläuft stufenförmig.

Besondere Risikofaktoren an dieser Demenzform zu erkranken sind u.a. Bluthochdruck und Diabetes, aber auch Übergewicht und Rauchen.

Vordergründige Symptome der Vaskulären Demenz sind Verlangsamung, Denkschwierigkeiten und Stimmungsschwankungen.

Frontotemporale Demenz (Morbus Pick)
Die Häufigkeit der Frontotemporalen Demenz (FTD), auch unter Morbus Pick bekannt, ist sehr umstritten. Aufgrund der Symptomatik dieser Demenzform, ist die Diagnosestellung sehr schwierig.

Man geht davon aus, dass die Hirnnervenzellen im Stirn und Schläfenbereich durch Ablagerungen untergehen. Dieser Hirnbereich ist für das Sozialverhalten und die Emotionen zuständig.

Die FTD bricht häufig in sehr jungen Jahren aus. Das Durchschnittsalter liegt bei 58 Jahren. Die Spanne reicht jedoch vom 20. bis zum 85. Lebensjahr.

Eine Vererbung ist sehr selten.

Vordergründige Symptome sind Veränderungen der Persönlichkeit und des Sozialverhaltens, aber auch Störungen der Sprache. Der Betroffene ist nicht mehr in der Lage gesellschaftliche Regeln, wie Beachtung der Intimsphäre oder Tischmanieren, einzuhalten. Er kann zu Aggressivität, extremen Weinen und „Dauerlächeln“, aber auch zu Teilnahmslosigkeit neigen. Menschen mit einer FTD zeigen in der Regel keine Krankheitseinsicht und den Willen zur Therapie, was die Diagnosestellung erschwert. Zudem wird die Erkrankung häufig mit Burn-Out, Depressionen, Manie oder Schizophrenie verwechselt. Erst im späteren Verlauf der Erkrankung kommt es zu Ausfällen des Gedächtnisses.

Lewy-Körper-Demenz
Bei der Lewy-Körper-Demenz (oder auch Lewy-Body-Demenz) finden sich sogenannte Lewy-Körper in den Nervenzellen der Großhirnrinde.

Die genaue Ursache dafür ist ungeklärt, in den wenigsten Fällen ist die Erkrankung erblich bedingt.

Vordergründige Symptome dieser Demenzform sind starke Schwankungen der geistigen Leistungsfähigkeit und der Aufmerksamkeit. Außerdem kommt es zu sehr detailreichen optischen - selten auch akustischen - Halluzinationen, bei denen die Betroffene vor allem Menschen oder Tiere sehen, die nicht vorhanden sind. Vor allem im weiteren Verlauf der Erkrankung können Betroffene zittrige Hände und steife Bewegungen aufzeigen, wie es auch bei Parkinson-Patienten vorkommt. Es kommt häufig zu Stürzen und kurzer Bewusstlosigkeit. Die motorische Hemmung ist gestört, was beim Schlaf zur tatsächlichen Umsetzung der gerade erlebten Träume führt.

Charakteristisch für die Erkrankung ist, dass Betroffene sehr schlecht auf die meisten Neuroleptika reagieren. Die Erfahrung mit Antidepressiva ist bei den Betroffenen jedoch sehr gut.

Demenz bei Morbus Parkinson
Bei etwa zwei Drittel der Parkinson-Patienten entwickelt sich im Verlauf der Erkrankung eine Demenz.

Morbus Parkinson wird durch ein Absterben von Nervenzellen, die tief im Gehirn sitzen, hervorgerufen. Dadurch entsteht ein Mangel an dem Botenstoff Dopamin, der für die Bewegungsabläufe entscheidend ist. Morbus Parkinson kann aber auch durch Durchblutungsstörungen und Hirnschläge hervorgerufen werden. In einigen Fällen ist die Erkrankung eine Nebenwirkung bestimmter Medikamente, vor allem Neuroleptika. Durch das Absetzen dieser Medikamente kann eine Verbesserung der Symptomatik entstehen.

Neben den Symptomen einer Demenz zeigen die Patienten Symptome von Parkinson, wie schlurfender Gang, starre Mimik und allgemeine Verlangsamung.

Vordergründige Demenzsymptome sind eingeschränkte Aufmerksamkeit, Interessenlosigkeit, “Dickköpfigkeit”, eingeschränkte Planungs- und Problemlösungsfähigkeit sowie Beeinträchtigung des räumlichen Sehens.

Korsakow-Syndrom
Das Korsakow-Syndrom wird häufig hervorgerufen durch anhaltenden übermäßigen Alkoholkonsum und der damit häufig einhergehenden Mangelernährung. Es kann aber auch Folge einer Gehirnentzündung oder schwerer Kopfverletzung sein.

Menschen mit einem Korsakow-Syndrom leiden vor allem unter einer ausgeprägten Merkfähigkeitsstörung. Diese versuchen sie zu kompensieren, was von Außenstehenden als bewusste Lügen wahrgenommen wird. Tatsächlich ist den Betroffenen nicht bewusst, dass sie „Unwahrheiten“ erzählen. Des Weiteren ist die Regulierung der Emotionen betroffen, sodass sie insgesamt eine ausgeprägte Beeinträchtigung der Alltags- und Sozialkompetenz haben.

Die typischerweise fehlende Krankheitseinsicht erschwert die Therapie, obwohl in einigen Fällen durch dauerhafte Alkoholabstinenz und vermehrte Vitaminaufnahme, vor allem Vitamin B1, eine Verbesserung des Zustandes erreicht werden kann.

Creutzfeld-Jakob-Krankheit
Die Creutzfeld-Jakob-Krankheit ist sehr selten. Die Krankheitsdauer ist mit 6-12 Monaten sehr kurz. Die Erkrankung gilt als menschliches „BSE“. Sie kann erbliche bedingt sein oder durch infektiöse Eiweiße ausgelöst sein. In einigen Fällen ist die Ursache unklar. Neben dem Abbau der geistigen Fähigkeiten leiden Betroffene unter ausgeprägten Muskelzuckungen, Störungen des Gleichgewichtssinns und Sehstörung. Im Endstadium kommt es zur völligen Bewegungslosigkeit.

Die Einhaltung von Hygienemaßnahmen in der Pflege ist bei dieser Demenzform von besonders großer Bedeutung.

 
 
 
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